Liebe Linksradikale, die jetzt landauf landab lauter Veranstaltungen und Facebookposts zum Thema "Antikapitalismus in die Klimabewegung tragen" machen. Hier ein kleiner Servicethread extra für euch:

Wenn ihr sagt, man muss den Kapitalismus abschaffen, um das Klima zu retten, kann es sein, dass ihr Recht habt, aber ist euch auch klar, dass das dann quasi sofort passieren müsste und dass danach auch nicht nur irgendwas kommen muss, sondern irgendwas, was in der Lage ist, die Produktion global zu organisieren? Und zwar sehr schnell. Habt ihr euch die CO2-Budgets überhaupt mal angeguckt und auch nur den Hauch einer Idee davon was das bedeutet?

Euer "Der Kapitalismus ist schuld"-Mantra ist nicht radikal sondern hilflos. Radikal wäre es die _konkreten_ Maßnahmen zu fordern und zu versuchen sie durchzusetzen, die dazu nötig sind um diese Krise zu beenden. Wenn wir _damit_ erfolgreich sind, und dafür der Kapitalismus beendet werden muss, wird das halt dann passieren oder wenn nicht, dann nicht.

Es geht hier nicht darum, dass ihr erleuchteten, belesenen Linksradikalen eine junge, naive Klimabewegung radikalisieren müsst, sondern es geht genau umgekehrt darum, dass diese Klimabewegung schon längst radikaler ist, als ihr es jemals wart. Einfach, weil sie sagen, was ist.

Praktischer Antikapitalismus besteht nicht darin auf einer #FridaysForFuture Demo "A-A-Anticapitalista" zu rufen (auch wenn ich das auch schon gemacht hab und das vermutlich nicht schadet). Praktischer Antikapitalismus besteht darin, den Menschen klar zu machen, dass sich alles ändern muss, wenn sie eine Katastrophe vermeiden wollen. Alle Beziehungen, alle Produktion, unser Alltag, einfach alles.

Praktischer Antikapitalismus besteht auch darin sich einzugestehen, dass wir es eben noch nicht genau wissen, _wie_ anders, dass dann aussehen wird. Genau deswegen ist aber das Beharren darauf, dass das Klima gerettet werden muss, so radikal.

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@benni
Ich habe ja die Hoffnung das FFF was bewirkt.
Mein innere Zyniker kann darüber aber nur lachen, denn:
-Die Argumente sind die selben, die von der Wissenschaft seit 30Jahren aufgebracht werden.
(siehe Enquete Bericht)
-die politischen EntscheiderInnen, entscheiden sich genau solange dazu Versprechungen zu machen die sie dann nicht einhalten, denn
-sie können jetzt man System verdienen , und werden die schlimmsten Folgen nicht mehr erleben.
🤷‍♂️ warum also was ändern?
😪

@benni
hier, das steht in der Einleitung des Berichts zum "Schutz der Erdatmosphäre "
...der ist von 1990...

@Rhymling Und selbst da wusste man schon seit mindestens 20 Jahren Bescheid.

@Rhymling wie gesagt: Es geht nicht mehr nur um eine andere Politik sondern um anderen Bedingungen unter denen Politik stattfindet.

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