Liebe Linksradikale, die jetzt landauf landab lauter Veranstaltungen und Facebookposts zum Thema "Antikapitalismus in die Klimabewegung tragen" machen. Hier ein kleiner Servicethread extra für euch:

Wenn ihr sagt, man muss den Kapitalismus abschaffen, um das Klima zu retten, kann es sein, dass ihr Recht habt, aber ist euch auch klar, dass das dann quasi sofort passieren müsste und dass danach auch nicht nur irgendwas kommen muss, sondern irgendwas, was in der Lage ist, die Produktion global zu organisieren? Und zwar sehr schnell. Habt ihr euch die CO2-Budgets überhaupt mal angeguckt und auch nur den Hauch einer Idee davon was das bedeutet?

Euer "Der Kapitalismus ist schuld"-Mantra ist nicht radikal sondern hilflos. Radikal wäre es die _konkreten_ Maßnahmen zu fordern und zu versuchen sie durchzusetzen, die dazu nötig sind um diese Krise zu beenden. Wenn wir _damit_ erfolgreich sind, und dafür der Kapitalismus beendet werden muss, wird das halt dann passieren oder wenn nicht, dann nicht.

Es geht hier nicht darum, dass ihr erleuchteten, belesenen Linksradikalen eine junge, naive Klimabewegung radikalisieren müsst, sondern es geht genau umgekehrt darum, dass diese Klimabewegung schon längst radikaler ist, als ihr es jemals wart. Einfach, weil sie sagen, was ist.

Praktischer Antikapitalismus besteht nicht darin auf einer #FridaysForFuture Demo "A-A-Anticapitalista" zu rufen (auch wenn ich das auch schon gemacht hab und das vermutlich nicht schadet). Praktischer Antikapitalismus besteht darin, den Menschen klar zu machen, dass sich alles ändern muss, wenn sie eine Katastrophe vermeiden wollen. Alle Beziehungen, alle Produktion, unser Alltag, einfach alles.

Praktischer Antikapitalismus besteht auch darin sich einzugestehen, dass wir es eben noch nicht genau wissen, _wie_ anders, dass dann aussehen wird. Genau deswegen ist aber das Beharren darauf, dass das Klima gerettet werden muss, so radikal.

Weil es eben genau diesen Imperativ enthält: Wir müssen diese neue Form des Lebens _jetzt_ entwickeln. Überall und immer. Das ist, was eine Revolution ausmacht: "Nicht Politik unter bestehenden Bedingungen, sondern Politisierung dieser Bedingungen" (Bini Adamczak)

@benni dieses "jetzt" ist ein so radikaler Ausdruck für fast alle deutschen.
Eine Änderung "jetzt" durch zu ziehen wird in diesem Land
- egal mit welcher intention -

Immer mit dem nationalsozialimus in Verbindung gebracht, glaub mir, ich habe a perfekte Erfahrungen drin gemacht 😂🤷‍♂️.

@Zoidtes darauf würde ich Antworten: Zum Glück haben damals die Alliierten "jetzt" ihre Wirtschaft radikal umgestellt um uns aufzuhalten.

Follow

@benni ""das kann man nicht vergleichen!11!! 1

Menschen jetzt zum radikalen umdenken zu zwingen ist radikal, antidemokratisch und dikataorisch! Wie bei nazis! ""

Wie gesagt, hab mich mit der "umdenk" thematik schon oft auseinander gesetzt, für die deutschen (yes ich verallgemeinere) ist alles was "radikal" und "umdenken" ist gleich nazi, Gründe gibt's keine aber Hauptsache Böser böser nazi schreien 🤷‍♂️😏

Sign in to participate in the conversation
Mastodon

Server run by the main developers of the project 🐘 It is not focused on any particular niche interest - everyone is welcome as long as you follow our code of conduct!