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Wenn Prophezeiungen schneller wahr werden als gedacht... Tag 2 nach den Pfingstferien bei vollem Präsenzunterricht: "Nein, Hausaufgaben könnt ihr jetzt nicht mehr in Moodle abgeben. Das benutzen wir jetzt nicht mehr."

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@ingaklas
Warum auch? Dieser neumodische Schnickschnack mit diesem Internetz wird sich sowieso nicht durchsetzen.

Vermutlich werden die allermeisten Lehrkräfte jetzt wieder in den analogen Normalmodus übergehen, bis im Spätherbst der nächste Lockdown verhängt wird.

Als wäre es nicht schon seit einem Vierteljahrhundert an der Zeit, intensiv Digitalisierung zu gestalten und Medienkompetenz zu vermitteln.

Nix gelernt in der Schule...

@oausi Jepp, jetzt lernt es wieder zünftig Balladen auswendig im Doitsch-Unterricht, upps, sorry, verschrieben... 🙄

@oausi @ingaklas Digitalisierung und Medienkompetenz sind aber nicht allein Aufgabe der Schulen, sondern der ganzen Gesellschaft.

Eltern, Lehrer, Schulleiter, Träger und Politiker fallen täglich auf die Versprechen der Lobby herein. Die meisten sind glücklich mit 365 und GAFAM, ...
Es gibt keine Mehrheit für DSGVO, Mündigkeit, Nachhaltigkeit, Demokratie.

Die Proletarier aller Welt vereinen sich und wollen:
Den Überwachungskapitalismus!
Hurra, wie im alten Rom: Panem et Circensis.

@chbmeyer Jeder Sportverein hat mittlerweile mehr Digitalkompetenz als die meisten Schulen. Mit Verlaub, es gilt jetzt erst mal, die Lehrkräfte in ihrer Gesamtheit auf das Kompetenzniveau des Rests der Bevölkerung zu heben. Kaum eine Gruppe hinkt den Zukunftskompetenzen weiter hinterher als sie (Veränderungskompetenz, Teamfähigkeit, echtes kritisches Denken, Kreativität...). Ich weiß, es gibt Ausnahmen aber es geht hier nicht um einzelne Personen, sondern um den Lehrkörper als Ganzen.

@oausi

@ingaklas @oausi Vielleicht meinen wir sogar das selbe. Beim Sportverein bin ich mir da nicht so sicher. Bei meiner Tochter erlebe ich vor allem WhatsApp, Zoom und eine VereinsApp mit 28 Trackern. Das kann nicht gut sein.
An unserer Schule haben wir ein elektronisches Klassenbuch und (mit viel Energie) eine Nextcloud, BBB und einen sicheren Messenger. Aktuell gehen wir Richtung Schulcampus RLP mit Moodle und edu-sharing.
3 Lehrer nehmen 365, einige kopieren lieber. Das stimmt.

@ingaklas @oausi Diese 5-12 Kollegen könnte man an die Hand nehmen und schulen. Aber: das ist nicht gewollt.
Träger, Schulleiter und Land wollen niemandem auf's Füßchen treten und mangels eigener Kompetenz stehen iPads, 365, WhatsApp, Facebook immer wieder vor der Tür und die anderen Lösungen können sich nicht durchsetzen obwohl sie funktionieren, weil sie nämlich nicht so cool sind. ...
Es geht um Wähler, gute Presse und Bequemlichkeit und "alle anderen machen es doch auch". ...

@ingaklas @oausi Siehe die ursprüngliche Aussage: "Moodle nutzen wir nicht mehr".
Warum denn eigentlich? Vermutlich weil man 365 möchte, denn das funktioniert und wird nicht abgeschaltet und "ist sowieso viel besser". Dann hätte man es auch gleich nehmen können. Schöne Grüße ans KuMi BaWü. Eine klare Aussage würde es Schulen leichter machen.

In RLP gibt es des Schulcampus, den man nutzen KANN, aber nicht "muss" oder "soll". Google oder MS sind genauso " toleriert".

@oausi
Weil analog per se schlechter ist? Weil es keine guten Gründe dafür gibt, was analog zu machen? Wer beim Lernen nur blind nach digital schreit, verkennt auch einige wissenschaftliche Erkenntnisse über Lernen, Gehirn, Entwicklung und Gesundheit.

Das richtige Maß ist, was entscheidend ist.
@ingaklas

@curious_oecher
Ich stimme dir zu, blinde Digitalisierung schadet mehr als sie nützt.

Allerdings entsteht bei mir eher der Eindruck, das "richtige Maß" sei für viele Lehrkräfte (und Kultusministerien) eben nicht ein Einsatz digitaler Möglichkeiten da, wo es sinnvoll ist, sondern eher "so analog wie irgend möglich".

Und deshalb sind wir ein digitales Entwicklungsland mit überwiegend hilflos abhängigen, weil ahnungslosen Bewohnern.

@ingaklas

@curious_oecher @ingaklas
Das Problem ist imho, dass das Digitale selbst schon lange nicht mehr nur Mittel zum Zweck ist.

Medienkompetenz ist vielmehr längst basale Kernkompetenz für mittlerweile alle Prozesse.

Aber sie wird fast ausschließlich autodidaktisch erworben, und zwar mit der Software, die große US-Konzerne reindrücken, und die rein kommerziellen Zielen folgt.

Ich muss dabei immer an den Begriff "Koh-Komfort" denken, seit ich den mal gehört habe.

Wir sind Vieh, keine BürgerInnen.

@curious_oecher @ingaklas
Mit Aufklärung hat unser Bildungssystem in dieser Hinsicht nicht viel zu tun. Kann auch nicht, schon weil viele Lehrkräfte selbst nicht die Kompetenz haben und weil sie von den KuMis eher gebremst als unterstützt werden sie zu erwerben oder zu vermitteln. Wer sowas in freier Zeit entwickeln muss, muss entweder sehr idealistisch sein oder wird nur wenig Energie daran setzen.

Also bleiben alle bei den bequemeren Lösungen, die ja scheinbar auch gewünscht sind.

@oausi
Ich stimme bei den meisten Punkten zu. Es gibt aber für die KuK quasi keine guten Fortbildungen, nur Produktschulungen. Dazu fehlt für die Fortbildung Zeit, genauso wie für den Einsatz im Unterricht, weil das viel Vorbereitung kostet. Dafür haben wir oft zu viele Klassen mit jeweils zu vielen SuS. Da ist der analoge Weg meist der effizienteste, um die verbindlichen Ziele zu erreichen.
Es ist auch hier eine Geldfrage. Motivation haben 99%der KuK genug.
@ingaklas

@curious_oecher
Die 99% würde ich i.B. auf den Ausgangspunkt des Threads in Frage stellen, wenn die ersten kleinen digitalen Errungenschaften bei der ersten Gelegenheit gleich wieder über Bord geworfen werden.
Wären wir in Zukunft nicht existentiell abhängig von digitalen Kompetenzen, wäre diese unsägliche Mischung aus wirtschaftlichen, politischen und pädagogischen Fehlentscheidungen ja nicht so dramatisch.
So werden die Kids jedenfalls imho nicht "fit" für das, was sie erwartet.
@ingaklas

@oausi
Um sicherzugehen, dass wir nicht aneinander vorbei reden: Kannst du ein paar konkrete Stichpunkte nennen, was dir fehlt?

Am Moodle-Beispiel kann man das mMn nämlich nicht gut festmachen.
Die Lehrkraft kann ja jetzt nicht aus dem Nichts alleine die zeitlichen Ressourcen schaffen...
@ingaklas

@curious_oecher @oausi Wenn ich an dieser Stelle aus unserem Beispiel noch etwas konkretisieren darf: der "Moodle-Unterricht" war keinesfalls gut, nur weil er digital war (die alte "ich lad n Arbeitsblatt hoch, dann isses digital" Kiste...). Von einem sinnvollen Einsatz digitaler Tools waren wir also auch dort meilenweit entfernt. Aber bei der ersten Gelegenheit einfach ALLES Digitale über Bord zu werfen, zeugt für mich davon, dass es niemand ernsthaft versuchen will.

@ingaklas
Ohne die konkreten Hintergründe zu kennen: Ich fürchte, dass nicht-Lehrer keine Vorstellung haben, was gerade (und schon länger) in der Schule los ist, wie krass die Überlastung ist. Ich kann alle KuK gut verstehen, die gerade sagen "Abgabe/Nutzung über Moodle geht gerade nicht" , weil das Kosten/Nutzen Verhältnis gerade vielleicht nicht passt und man überhaupt irgendwie den Schulalltag überleben und die Basics gestemmt bekommen muss.
@oausi

@curious_oecher Und was tut ihr gegen die Überlastung? Nichts. Ihr rennt weiter im Hamsterrad. Ihr leidet und zieht die Kids mit runter. Steht auf, ändert was. Es gibt überall Schulen, die es unter den gleichen Bedingungen schaffen, dass alle Beteiligten gut und fair behandelt werden. Warum es dort funktioniert? Weil Leute sich für den Wandel eingesetzt haben und neue Dinge ausprobiert haben. Diesen Mut vermisse ich aber bei ganz vielen Lehrkräften.

@oausi

@ingaklas
Spannende Aussage, für mich völlig haltlos. Schau dir mal die Hauptthemen der Gewerkschaften an... Was sollen wir mehr machen? Streiken als Beamte?
Uns dafür die Schuld zu geben, dass die Gesellschaft nicht mehr Geld für mehr Personal ausgeben möchte, ist schon recht... interessant.

Btw verbrauchen wir einen gewissen Anteil unserer Arbeitszeit dafür, Eltern mit ähnlichen lustigen Ideen hinterherzutelefonieren, statt sich auf sie Kinder konzentrieren zu können.
@oausi

@curious_oecher Wie gesagt, ich sehe, dass es Schulen unter den gleichen Bedingungen hinbekommen. Das bedeutet für mich, dass es andere Ursachen geben muss, als das Geld. @oausi

@ingaklas
Ob man so nicht-repäsentative Beispiele wirklich nehmen kann... Und ob da wirklich alle Aspekte gut laufen und nicht nur die, auf die du schaust? Ob es wirklich die perfekten Schulen hibt und die anderen sich einfach nur nicht bemühen? Klingt vor allem nach "einfacher Antwort".

Als Außenstehende zu sagen, man solle sich einfach mehr anstrengen, ohne wirkliche Ahnung zu haben, finde ich sehr gewagt. Konstruktive Kritik ist das jedenfalls absolut nicht.
@oausi

@curious_oecher Weißt du, wenn man einer Schule anbietet, in einer Krise zu unterstützen (unentgeltlich versteht sich) und man dann zu hören bekommen "Nein, das bekommen wir selbst hin." und du musst dann über ein Jahr zuschauen, wie sie es nicht hinbekommen, dann maße ich mir tatsächlich irgendwann an, mein Urteil aufgrund meiner Beobachtungen von außen zu treffen. BTW hat uns die Schule natürlich auch noch nie von sich aus nach Feedback gefragt.

@oausi

@ingaklas
Da verstehe ich den Frust, möchte das aber auf keinen Fall verallgemeinert wissen.

Bin an meiner Schule sehr unzufrieden mit Digitalisierung, wegen #o365 und co. Aber mit Eltern wird gesprochen und Feedback gibt es auch. (Die wollen O365 und co, deswegen haben wir das...)

Aber ja, im System Schule ist jeder irgendwann frustriert (auch die LehrerInnen, auch ich).

"Change it, love it or leave it" war das Motto im Ref. Irgendwann hat man die ersten beiden Punkte durch 😬😀
@oausi

@curious_oecher Unser Schulleiter geht nach diesem Schuljahr in Rente. Mal schauen, was nachkommt...

@oausi

@curious_oecher
meinst du, die Eltern verstehen wie Microsoft mit den Daten der Kinder arbeitet?
Für die Eltern der Kinder an meiner Schule, würde ich nicht mal 5 ct drauf setzen. Nicht mal wenn der Kurs exorbitant hoch wäre.
@ingaklas @oausi

@crossgolf_rebel
Nein, aber Aufklärung war weder von Seiten der Schulleitung noch von Elternseite gewünscht.
Im Kollegium versucht, auch bei der absoluten Mehrheit abgeblitzt. Will niemand hören.
🤷🤷🤷

Kannst dir nicht vorstellen, was ich und ein paar wenige Mitstreiter alles versucht haben. Naja, das ist ne andere Geschichte. Aaaaber... auch eine frustrierende 😀
@ingaklas @oausi

@curious_oecher das kann ich mir Vorstellen. Ich werde eben genau deswegen nicht Datenschutzbeauftragter an der Schule ;) @ingaklas @oausi

@curious_oecher Hier für mich ein tolles Beispiel, wie Digitales den Unterricht bereichern kann und man gleichzeitig auch noch angestaubtes ausm Deutschunterricht aufmöbeln kann. OK, ipads müsstens jetzt nicht sein aber die Schule setzt Digitales wenigstens kreativ und produktiv ein. Leider eine Privatschule, weswegen ich sie für uns nie in Betracht gezogen habe. Ärger mich heute allerdings darüber, die Kosten wären überschaubar gewesen. @oausi

@ingaklas
Wir kennen glaube ich alle hier ein paar gute Ideen, was man so machen kann.
Aber 1. braucht man erstmal die Zeit, sowas vorzubereiten und 2. sind Projekte, wo es wirklich echten Mehrwert bietet (der den deutlichen Mehraufwand rechtfertigt), zwar vorhanden, aber dann doch nicht so oft, dass man das jetzt jeden Tag hätte.

Die klassische Variante ist nicht gleich schlechter Unterricht und auch keine Digitalverweigerung der KuK.

@oausi

@ingaklas @oausi
Und die Unterrichtszeit muss ich auch erstmal übrig haben, das ist auch nicht immer gegeben. Es gibt sehr sehr viele äußere Umstände, die den Unterricht beeinflussen, die für Laien unbekannt sind.

Da hilft es nicht, auf ein (scheinbares) Positivbeispiel zu zeigen und darauf basierend den anderen fehlende Motivation vorzuhalten.

@ingaklas
Darüber hinaus würde mich interessieren, welche Digital-Fähigkeiten/Kompetenzen die SuS deiner Meinung nach vermutlich erworben haben bei diesem Projekt. Vielleicht kannst du ein paar konkrete Stichpunkte nennen?

Und nein, ich möchte das Projekt des Kollegen nicht schlecht reden... Ich würde das nur mal gerne etwas objektivieren.
@oausi

@curious_oecher Ich habe geschrieben "wie Digitales den Unterricht bereichern kann" ich habe nicht Verbesserung der Digitalkompetenzen gesagt. @oausi

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@ingaklas @curious_oecher @oausi Ja, schönes Projekt.
Hier sehe ich vor allem die tolle Arbeit des Staatstheaters und eine Schule, die dank Nähe und Kontakten dazu gut aufgestellt ist. Außerdem ist der doppelte Bezug zur aktuellen Situation schön.

So Zeitungsartikel inszenieren wir auch immer mal gern. Leider können wir nicht mit iPads und Zoom punkten weil wir nicht so hipp sind und nur BBB machen. Vielleicht kommen deshalb die besseren Schüler nicht zu uns.🤔

@ingaklas @curious_oecher @oausi Das meine ich jetzt übrigens nicht böse, sondern ehrlich.
Mein Schulleiter wirft mir vor, dass ich mit OpenSource, Datenschutz und durchdachten Lösungen andere überfordere. Kollegen und Eltern wollten einfache und einheitliche Lösungen von Marktführern (Produkt-Monokulturen eben) und keine komplizierten Spezial-Bastellösungen.

Er macht deshalb mich für sinkende Anmeldezahlen verantwortlich (nächstes Jahr: eine Klasse mehr). ...

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@chbmeyer Ich habe an der Schule selbst schon Veranstaltungen durchgeführt. Das ist keine Inszenierung sondern das ist deren Konzept. Von der technischen Ausstattung hängt das im übrigen nicht ab. iPads haben hier mittlerweile (leider) fast alle Schulen und ob Zoom oder BBB macht, was das angeht, nun wirklich keinen Unterschied.

Was sind denn für dich "die besseren Schüler"?

@curious_oecher @oausi

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@curious_oecher
Einer der Hauptgründe liegt aus meiner Sicht darin begründet, dass viele Schulleitungen es nicht schaffen, aus ihrem Kollegium ein Team zu machen. Wenn mein Chef das Team nicht zusammenbringt, könnten es die Lehrkräfte aber immer noch selbst organisieren. Danach sieht es mir aber oft nicht aus:

@oausi

@ingaklas
Nur ein Aspekt von sehr vielen. Und was sind die Ursachen dafür? Einfach nur ein schlechter Chef? Da muss man schon tiefer graben.
@oausi

@curious_oecher @ingaklas @oausi

Schule hat noch viel mehr (auch sehr wichtige) Probleme als "nur" Digitalisierung.

Zum Thema Digitalisierung gibt es einen interessanten Artikel, der ganz offenbar tiefer in Schulen hinein geschaut hat:

heise.de/hintergrund/Schule-di

@ingaklas @curious_oecher @oausi

Bietest Du Schulen an landesweit sofort iPads, WhatsApp und MS365 nutzen zu können wird es 98% Zustimmung geben, egal in welchem Kollegium und bei welchem Chef.

Das ist das, was Gesellschaft unter "Digitalisierung" versteht und was man eigentlich von Politik erwartet.

Jede Schule, die in der Pandemie andere (digitale) Wege gegangen ist, hat einen riesigen Kraftakt hingelegt und nur wenige (Eltern, Lehrer, Träger) haben das Problem überhaupt verstanden.

@ingaklas alles andere würde mich auch wundern. Auch eine Schule ist nur ne Behörde. Meiner hat grad das Thema Nazis und Sophia Scholl. Sagen wir es mal so, die Lehrer schwitzen mal wieder, weil ihre Gedanken nur verwalten können

@ingaklas Du meine Güte… Aber vielleicht kann man ja die Hausaufgaben faxen ;) Es ist schrecklich, wie altmodisch es hierzulande zugeht - nur noch Stillstand.

@vondralbra Do hilft nur s Maul uffreißa. Aber des könna mir Älbler ja gut. Oder wie mein Kind in Fortnite immer sagt "Pushen, pushen, pushen, ihr Hurensöhne"

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