Meine These zu und ist ja, dass die gesamte Novelle vor allem ein Versuch ist, das Internet so umzugestalten, dass es zu einem, - sagen wir mal - konservativerem Verständnis davon, wie Medien funktionieren, passt. Wir hören ja grade sehr oft "die haben das Internet nicht verstanden". Das halte ich für eine Fehleinschätzung. Die Leute, die zb Axel Voss selbiges vorwerfen haben sein Konzept von Medien, Urhebern und Konsumenten nicht verstanden.

Hier (floraluba.de/ein-telefonat-mit) hat jemand eine Stunde lang mit Axel Voss telefoniert und ich finde, dass das meine Vemutung bestätigt.
Es geht in der Novelle um die Festlegung der Vorstellung, dass Nutzer nie Urheber sondern immer Konsumenten sind, Urheber ist man nur, wenn man einen Verlag hat und Plattformen sollen Verlegern keine Konkurrenz machen. Letzteres ist wichtig, da Plattformen mit der Verbreitung von Nutzerinhalten quasi wie Verleger agieren und Nutzer damit zu Urhebern machen.

Es geht um die Festlegung eines Status Quo. Einer Konstuktion wie Medien- und Contentdistribution funktioniert, die nun auch im Netz gelten soll, nämlich dass Nutzer nie Urheber sondern immer Konsumenten sind und man nur Urheber ist, wenn man einen Verlag hat. Plattformen sollen Verlegern also keine Konkurrenz machen. Letzteres ist wichtig, da Plattformen mit der Verbreitung von Nutzerinhalten quasi wie Verleger agieren und Nutzer damit de facto auch zu Urhebern machen.

Es geht somit darum, den Verlagen die Hoheit über die Verwertung von medialen Inhalten zu bewahren. Der Zweck des oft übersehenen , dass Plattformen quasi pauschal Lizenzen abschließen sollen ist nicht, dass Verlage irgendwie Geld kassieren (auch wenn dieser nette Nebeneffekt sicher nicht schmerzt), sondern dass Plattformen eine Position und eine Aufgabe in der Medien-Struktur zugeteilt wird, die sich Verlage wünschen.

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Aber, und deswegen ist der Protest so groß, das betrifft eben nicht nur die Plattformen, sondern auch ganz massiv die Nutzer*innen, die die Plattformen inzwischen schon lange nutzen, um selbst Urheber*innen zu sein, ohne von Gatekeeper-Verlagen abhängig zu sein. Auch wenn sie das so nicht klar sagen können: Sie spüren doch, was da passiert und wie hier die "neue" Medien-Struktur radikal weggeholzt wird, in der sie sich bewegen.

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