Warum DRM-Videodienste kein 4K unter Linux anbieten 

Die üblichen Dienste haben Güteklassen in Relation zur Sicherheit der Plattform. 4K-Inhalte sind nahe 'Originalformat' und das gilt es zu beschützen (vor allem Forderung von Drittstudios mit Lizenzware im Katalog). 720p ist darum offiziell das Maximum für Linux, mit Tricks geht FHD.
Technisch: Der HTML5-DRM-Decoder ist in Browsern ein proprietärer Blob. Die Funktionsweise ist wenig spektakulär und setzt nicht auf Obscurity. 1/x

Warum DRM-Videodienste kein 4K unter Linux anbieten 

Entscheidend ist dass sie ihn nur als Blob ausliefern, denn FLOSS würde erlauben, den Decoder so zu modifizieren, dass seine Ausgabe des Rohdatenstroms vor der Anzeige (als auch vor Screencastern) sich leichter umleiten ließe und direkt auf Disk bannen. Linux’ DRI-Grafikstack ist nun aber nun mal FLOSS und dort ließe sich jetzt ebenfalls eine Umleitung einpflanzen. 2/x

Warum DRM-Videodienste kein 4K unter Linux anbieten 

Das ist exakt der Grund, weshalb auch unter Windows nur signierte Grafiktreiber diese 4K-DRM-Dienste nutzen dürfen, mit signierter HDCP-Kette bis zum Monitor. Intel & AMD sind dabei, HDCP im Linux-Grafikstack zu installieren, um das durchzusetzen. Das ist schlecht, aber bereits geschehen. /3

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Ausblick: Selbst mit HDCP im Grafikstack wird es unwahrscheinlich, dass auf offenen PCs die üblichen Dienste erlaubt werden. Grund: Mögliche Kernelmodifikationen, mögliche Modifikatonen im Grafikstack, und und und. Darum wird etwa auf Chromebooks schon ein signierter Kernel und komplett signierter Stack erzwungen. Denkt: Secure Boot auf Steroiden. Das widerspricht dem FLOSS-Gedanken von Linux-Distros und würde sie zu Appliances machen. /4

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Auch wenn das aus genannten Gründen für unwahrscheinlich gilt: Wir müssen wachsam sein. Struktureller Druck durch Bedürfnisse der Nutzer:innen kann dieses schreckliche Szenario heraufbeschwören. Dann hat sich Desktop-Linux für Filmfreunde auf Appliance-Niveau von iOS begeben. Und das kann bestärkt werden etwa durch ein YouTube, das ebenfalls plötzlich DRM erzwingen könnte. Oder Verlage, die Artikel per hartem DRM schützen, Grenzen endlos. /5

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Habe zum Thema bereits 2015 auf meinem alten Twitter-Account (jetzt geschützt) Gedanken formuliert:

DRM in HTML5 – statt DRM in Flash – ist katastrophal für das Web. Als könnte z.B. Netflix auch keine native PC-Software schreiben.
Da wird immer so getan, als wäre es unvermeidbar, weil Flash doch stirbt. Doch! Dann sollten DRM-Dienste außerhalb des Webs liefern! /6

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Und wenn sie damit dann in Probleme geraten: Pech! Entfernt euer DRM, nutzt offene Standards und Formate! Schon zu spät.
Die eigentliche Angst, warum Mozilla und das W3C kuschen: Google & Apple mit zum Teil proprietären Chrome & Safari würden Pseudostandard etablieren.
"DRM in HTML5 zu unterstützen ist unvermeidlich" – DOCH! Das Web war per Definition offen, Konsum-Konsortien haben es unterwandert. /7

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Es zeigt sich an dieser Thematik aber der wunde Punkt in der Definition des Webs durch das W3C, das versäumt hat, GPL-ähnliche Bedingungen zu fordern.
Damit meine ich nicht Copyleft auf ausgelieferte Inhalte, sondern Klarstellungen über Wirkungsgrad von 'Freiheit' und 'Offenheit' ähnlich wie die GPL 3 damit umgeht. /8

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@frumble doo u know blog post

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Warum DRM-Videodienste kein 4K unter Linux anbieten 

@l33tname Habe/hatte ich vor, aber nie Gelegenheit und selber mach ich mir Druck durch meinen Perfektionismus. Habe Entwurf dazu rumliegen.

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