(...) und fielen auf Rattenfänger rein, die sie an ihrer Eitelkeit packten, ihre Privilegienblindheit ausnutzten u. ihnen was von einer Kunstaktion erzählten, um sie am Ende in einem Kontext zu präsentieren, der wohl von den meisten Beteiligten gar nicht bedacht wurde. Ist in der Medienwelt auch gar nichts ungewöhnliches - die Protagonist*innen von Realityshows und Boulevard"nachrichten"sendungen können da ein Lied von singen.
Ich dachte allerdings, die seien Profis.

Show thread

(...) Im Prinzip ist das eine sehr teure, hochprivilegierte, 53fach ausführlich formulierte Version des Facebook-Lachsmileys, mit dem Egoisten unter Berichten über Coronatote so gerne ihre Solidaritätsverweigerung bekunden.
Klar ist aber auch - und das ist das zweite Ärgernis: Sie haben sich (wie man an Meret Beckers aktueller Reaktion auf Instagram und Heike Makatschs Distanzierung sehen kann) für eine Schwurbler-Kampagne hergegeben (...)

Show thread

(...) um Probleme ignorieren zu können und dadurch nicht in Panik oder Angst zu verfallen - so Leute müssen allerdings halt inzwischen mit dem Feedback der Leute zurechtkommen, die keinen Bock mehr auf öffentlich zur Schau gestellte Ignoranz haben.
Aber Solidarität verächtlich zu machen weil man zu wenig davon abkriegt ist echt erschreckend dumm. (...)

Show thread

Das größte Problem bei ist für mich diese Absolutheit im ganz persönlichen Egoismus, der nicht nur geäußert sondern auch noch mit der Abwertung jeglicher Solidarität gegenüber allen anderen Betroffenen, die nicht sie selbst sind, unterstrichen wird.
Da sind auch Schwurbelargumente bei? Geschenkt. Ich habe sogar relativ viel Verständnis für coping mechanisms, (...)

Folge 5: Wir haben mit @anneroth unter anderem am Beispiel der Corona-App darüber gesprochen, warum Politik mit neuer Technik so umgeht wie sie es tut und wie sich dieser Umgang in den letzten Jahrzehnten verändert hat. t.co/2dzGU6BptD

(Disclosure: Ich habe sowohl die Erfahrung, Nerd zu sein als auch, mich mit spirituellen Themen zu beschäftigen - ich war Jahre im Vorstand bzw. Pressesprecher eines Neuheidenvereines - und ich bewege mich in der Poly/Tantraszene. D.h. diese Beobachtungen sind nicht 2. Hand.)

Show thread

Das eine positive daran ist, dass der Anteil derjenigen, die die letztere Entwicklung machen, bei weitem die Minderheit ist. Das zweite vielleicht an irgendeiner Stelle doch noch positive ist, dass es bedeutet, dass Menschen sich am Ende doch viel ähnlicher sind als man glaubt.

Show thread

Dann übernehmen sie - weil sie sich nun in derselben Privilegiensituation befinden wie ihre Peiniger - genau dieselben gelernten Verhaltensweisen, nur nicht mehr als Opfer sondern als Täter. So kommt es, dass Nerds frauenfeindlich sind oder Immigranten gegen Flüchtlinge hetzen oder Feminist*innen trans Menschen unsichtbar machen wollen oder eben, dass Hippies mit Nazis auf Demos gehen.

Show thread

Eine weitere Möglichkeit ist, dass sie diese Erfahrung nutzen, um sich nun mit anderen Gruppen, die noch immer diskriminiert und gekränkt werden, zu solidarisieren, da sie das Muster wiedererkennen, unter dem sie aus anderen Gründen gelitten haben.

Aber es gibt eben auch diejenigen, die die Prozesse nicht hinterfragen sondern sich so tief in ihrem System eingegraben haben, dass diese Erkenntnis ausbleibt.

Show thread

... verwandeln sich in diejenigen, die sie vorher mit Intoleranz und überheblichem Spott verletzt und diskriminiert haben.

Ich glaube daher, dass es für Menschen aus Gruppen, für die sich eine lange Zeit der gesellschaftlichen Kränkung auflöst, mehrere Reaktionen gibt, nämlich mindestens drei.

Die harmloseste ist, dass sie die Erleichterung nutzen, um endlich in Ruhe leben zu können.

Show thread

Ich hatte eine ähnliche Beobachtung schon mal vor gut 10 Jahren bei einigen Piraten bzw in der Nerdkultur gemacht, wie jetzt bei einigen Menschen, die sich in ihrer Eigenwahrnehmung wahrscheinlich als Vertreter von "Alternativen Lebensweisen" betrachten:

Menschen aus Milieus, die es in der Gesellschaft schon mal eine längere Zeit sehr schwer hatten, akzeptiert zu werden und deren Situation und Status sich durch die positiven Entwicklungen der letzten Dekaden verbessert hat,...

Natürlich wissen die meisten hier, dass man Facebook nicht für vertrauliche Kommunikation nutzen sollte, auch nicht den 1:1-Chat. Nicht nur wegen der absichtlich eingebauten Privacylöcher, sondern auch wegen Bugs wie dem, dass gestern jemand auf eine PM von mir antwortete, die ich 2010(!) an eine völlig andere Person schrieb, die irgendwann ihren Facebookaccount gelöscht hat.
Somit hat Facebook meine PM also 10 Jahre später an irgendeinen random Account ausgeliefert. Schön, nicht?

Wir haben uns was für Menschen ausgedacht, die jetzt ins Homeoffice müssen und vermissen, dass da Kolleg*innen um sie herum sitzen und mit der Tastatur klappern: Das "Virtuelle Großraumbüro" auf Discord erlaubt Büroatmosphäre trotz . discord.gg/T5vEfmH

Diese Situation - dass soziale Interaktionen mich sehr anstrengen und ich sie daher dort konzentriere, wo ich wirklich Spaß oder Sinn finde - hat auch Vorteile: Ich werde sehr selten richtig krank (mein niedriger Blutdruck un zuwenig Bewegung führt öfter mal zu Wetterkopfschmerzen - but that's quite it) und es ist auch so, dass ich oft darauf angesprochen werde.
Eine Erklärung dafür hab ich heute hier gefunden: dwh.at/de/neues/corona-worst-c (via @Luca) und ich kann das bestätigen.

Show thread

> aus, mit und für wen ich arbeite. Kriterien sind zB, dass wenn es nicht grade einen Workshop gibt oder einen anderen sehr guten Grund, vor Ort zu sein, ich zu Hause arbeiten kann. Für Firmen/Agenturen, die verlangen, dass ich selbst zur Erstellung eines Konzeptes oder eines Strategiepapieres vor Ort sein muss, sage ich üblicherweise ab.
Als ich mich 2015 selbständig machte habe ich nicht geahnt, wie sehr mich das entlastet, nicht mehr täglich in ein Büro fahren zu müssen. >

Show thread

Es gibt Menschen, die nicht ständig unter Menschen sind. Nicht weil sie dazu nie Lust haben, sondern weil sie nach Zeiten, in denen sie mit anderen interagieren, erst eine Zeit lang ausruhen müssen. Zu denen gehöre ich. Ich würde zB gerne auf 10 LARPs im Jahr gehen, mehr als 2 schaffe ich aber nie. Ich arbeite in der Beratung, führe also Workshops durch, mache Coaching und arbeite in ständig neuen Firmen und wechselnden Teams. Das macht mir Spaß, aber auch da suche ich mir inzwischen sehr genau>

Unser kleiner Nischenhobbypodcast hat eine neue Folge. Diesmal nicht nur Jan und ich, sondern ein Crossover mit dem zweiten obskuren LARP-Podcast in Deutschland:
Nach langer Pause wieder da: LARP-Podcast live vom MittelPunkt 2019 als Crossover zusammen mit den Kollegen von der OT-Blase. Und diese Folge startet *Dingdingding* unsere Staffel 2 mit mehr Gästen und mehr unterwegs sein! Viel Spaß! t.co/TRKnb5U4gV

Insoweit ist es völlig egal, ob ein paar Leute nicht hinterher kommen und herum schimpfen wenn Sprache einfach tut was sie immer tut: sich entwickeln. Drei Generationen weiter wird man sich darüber amüsieren wie plump, ungeschickt und holprig unsere Sprache mit Gendern umging. Wir reden ja auch nicht mehr wie vor 100 Jahren.

Show thread

Viele derer, die die Sprachveränderung ablehnen lehnen eigentlich die Anforderung (hier: die Repräsentation des gesamten Geschlechterspektrums) ab, verstecken das aber natürlich hinter sprachästhetischen Ansprüchen. Die sind für für die Sprachevolution allerdings zum Glück völlig unerheblich, da Sprache sich nicht - ich sagte es ja schon - um Schönheit schert sondern Effizienz entwickelt.

Show thread
Show older
Mastodon

Server run by the main developers of the project 🐘 It is not focused on any particular niche interest - everyone is welcome as long as you follow our code of conduct!